zooschweiz - Verein wissenschaftlich geleiteter zoologischer Gärten der Schweiz
zoosuisse - Association des parcs zoologiques suisses gérés de façon scientifique

Jagdgesetz

Am 27. September wurde das Jagdgesetz mit knapp 52% NEIN verworfen!

Die Gesetzesrevision zum eidgenössischen Jagd- und Schutzgesetz (JSG) schoss weit über das ursprüngliche Ziel des pragmatischen Umgangs mit dem Wolf hinaus. Eine als moderate Teilrevision gestartete Gesetzesarbeit hätte nach der ungenügenden Arbeit des Parlaments den Artenschutz als Ganzes gefährdet und hätte zu einem unausgewogenen Resultat geführt. Die Natur, geschützte Säugetiere und Vögel sowie der Tierschutz wären noch mehr unter Druck gekommen. Nur das Referendum gegen dieses missratene Jagdgesetz hat es nun ermöglicht, ein neues Gesetz mit Augenmass und für einen zeitgemässen Schutz der einheimischen Artenvielfalt zu schaffen.

 

So geht es mit dem Jagd- und Schutzgesetz weiter

Am 27. September hat die Bevölkerung das revidierte Jagdgesetz mit einem Unterschied von über 120 000 Stimmen abgelehnt. Die Naturschutzorganisationen, die das Referendum ergriffen hatten, arbeiten bereits an einer neuen Fassung des Jagd- und Schutzgesetzes (JSG) und gehen dabei auf Parlamentsmitglieder aus allen Lagern und Verbände zu.

Das Stimmvolk will einen verbesserten Schutz der Wildtiere in der Schweiz, ohne Kantonskompetenz für die Regulierung geschützter Tiere und ohne Regulierungsliste des Bundesrats. Das zeigt die Ablehnung der Gesetzesrevision. Pro Natura, BirdLife Schweiz, WWF Schweiz, Gruppe Wolf Schweiz und zooschweiz haben immer betont, dass das Nein den Weg frei macht für eine bessere Lösung. Dieses Versprechen lösen sie nun ein.

Die neue Revision soll auf dem ausgewogenen, weiterhin geltenden Jagd- und Schutzgesetz basieren. Gleichzeitig soll sie eine massvolle Regulierung des Wolfes ermöglichen, welche die regionalen Bestände und Rudel sichert und Anliegen der Bevölkerung aufnimmt. Bei den nötigen Verbesserungen für den Schutz der Wildtiere standen im Abstimmungskampf die bedrohten, aber noch jagdbaren Tierarten wie Feldhase, Birkhahn, Schneehuhn und Waldschnepfe im Vordergrund. Deren Schutz soll mit dem neuen Gesetz gestärkt werden.

Der Vorschlag für eine neue Revision des Jagd- und Schutzgesetzes wird noch im Oktober fertiggestellt und anschliessend mit Vertreterinnen und Vertretern aller politischen Lager und aller Verbände, die an einer konstruktiven Mitarbeit interessiert sind, besprochen. Die Naturschutzorganisationen haben das Ziel, rasch eine neue Revision des Jagd- und Schutzgesetzes anzustossen. Im Hinblick auf die nächste Alpsaison wollen sie zudem Sofortmassnahmen beim Herdenschutz aufzeigen: Damit die Bevölkerung im Berggebiet sieht, dass ihre Anliegen aufgenommen werden.

 

Website Trägerverein Referendum

Kontakt / Auskünfte

Sara Wehrli, Pro Natura, 061 317 92 08, sara.wehrli@pronatura.ch

Werner Müller, BirdLife Schweiz, 079 448 80 36, werner.mueller@birdlife.ch

Océane Dayer, WWF Suisse, 076 615 71 70, oceane.dayer@wwf.ch

Roger Graf, zooschweiz/zoosuisse, 079 713 48 52, info@zoos.ch

Urs Leugger, Pro Natura, 079 509 35 49, urs.leugger@pronatura.ch

Daniel Gerke, Gruppe Wolf Schweiz, 079 305 46 57, david.gerke@gruppe-wolf.ch