zooschweiz - Verein wissenschaftlich geleiteter zoologischer Gärten der Schweiz
zoosuisse - Association des parcs zoologiques suisses gérés de façon scientifique

Jagdgesetz

27. September 2020:

Das Jagdgesetz mit knapp 52% NEIN verworfen!

Die Gesetzesrevision zum eidgenössischen Jagd- und Schutzgesetz (JSG) schoss weit über das ursprüngliche Ziel des pragmatischen Umgangs mit dem Wolf hinaus. Eine als moderate Teilrevision gestartete Gesetzesarbeit hätte nach der ungenügenden Arbeit des Parlaments den Artenschutz als Ganzes gefährdet und hätte zu einem unausgewogenen Resultat geführt. Die Natur, geschützte Säugetiere und Vögel sowie der Tierschutz wären noch mehr unter Druck gekommen. Nur das Referendum gegen dieses missratene Jagdgesetz hat es nun ermöglicht, ein neues Gesetz mit Augenmass und für einen zeitgemässen Schutz der einheimischen Artenvielfalt zu schaffen.

 

Birkhähne können weiterhin gejagt werden. Foto: shutterstock

 

21. Januar 2021:

Die ständerätliche Umweltkommission hat beschlossen, dass es keine neue Revision des Jagdgesetzes geben soll. Hingegen fordert sie vom Bundesrat eine Anpassung der Jagdverordnung. Die Umweltorganisationen bedauern diesen Entscheid, der auf Kosten der Bergbevölkerung und der Wildtiere geht.

Nach der Ablehnung der Revision des Jagdgesetzes in der Abstimmung vom 27. September 2020 hatte die Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie (UREK) des Nationalrats das Heft in die Hand genommen. Sie wollte mit einer neuen Gesetzesrevision ein gezieltes und ausgewogenes Gesamtpaket mit den drei Dimensionen Schutz, Jagd und Regulierung der Wildtiere ausarbeiten. Die Umweltorganisationen unterstützten dieses Vorgehen, um rasch für die Bergbevölkerung und die Wildtiere Verbesserungen zu erreichen.

Nun hat es die UREK des Ständerats abgelehnt, die vorgesehene ausgewogene Revision des Jagdgesetzes anzugehen. Verbesserungen bei der Unterstützung der Alpwirtschaft und beim Schutz der bedrohten Wildtiere werden durch den Beschluss auf die lange Bank geschoben, so berichten Pro Natura, BirdLife Schweiz, WWF Schweiz und Gruppe Wolf Schweiz in einer gemeinsamen Medienmitteilung.

Die von der ständerätlichen Kommission beschlossene Motion zur Änderung der Verordnung war bereits in der UREK des Nationalrats verabschiedet worden. Sie ist kein Ersatz für die angestrebte ausgewogene Gesetzesrevision. Die Kommission erwähnt den dringend nötigen Schutz der Wildtiere, der in den Diskussionen vor der Abstimmung eine grosse Rolle gespielt hatte, mit keinem Wort.

 

Kontakt / Auskünfte

Werner Müller, BirdLife Schweiz, 079 448 80 36, werner.mueller@birdlife.ch

Océane Dayer, WWF Suisse, 076 615 71 70, oceane.dayer@wwf.ch

Urs Leugger, Pro Natura, 079 509 35 49, urs.leugger@pronatura.ch

Daniel Gerke, Gruppe Wolf Schweiz, 079 305 46 57, david.gerke@gruppe-wolf.ch