Bildung in wissenschaftlichen Zoos

Ein Zoo-Mitarbeiterin zeigt drei Kindern in gelben Westen den Inhalt eines aufgeschlagenen Buches
Mini-Ranger im Natur- und Tierpark Goldau

Zoos machen Wissen erlebbar: Sie vermitteln, wie Tiere leben, wie Ökosysteme funktionieren und weshalb Artenschutz alle betrifft. Die Mitglieder von zooschweiz erreichen damit jedes Jahr Zehntausende Menschen – vom Schulkind bis zur erwachsenen Zoobesucherin.

Wissenschaftlich geführte Zoos geben ihr Wissen über Tiere, Lebensräume und ökologische Zusammenhänge an die Öffentlichkeit weiter. Bildung ist dabei mehr als Informationsvermittlung: Sie soll Neugier wecken, Natur erfahrbar machen und zeigen, wie Menschen zum Schutz der Biodiversität beitragen können. Der Europäische Verband der Zoos und Aquarien (EAZA⁠) beschreibt Bildungsarbeit in Zoos entsprechend als Beitrag zum Artenschutz: Besucherinnen und Besucher sollen nicht nur mehr über Tiere lernen, sondern verstehen, wie ihr eigenes Handeln eine gesündere Zukunft für Mensch, Tier und Natur unterstützen kann.

Angebote für alle Altersstufen

Die sieben Mitglieder von zooschweiz investieren jährlich über 5600 Tage in Bildungsarbeit - das entspricht rund 25 Arbeitsjahren. Mehr als 46’000 Menschen nehmen pro Jahr an geführten Bildungsangeboten teil; zusätzlich empfangen und betreuen die Zoos jährlich über 160’000 Schülerinnen und Schüler im Rahmen des ausserschulischen Unterrichts. Zoopädagoginnen und Zoopädagogen entwickeln dafür Programme für unterschiedliche Altersstufen und Zielgruppen – oft abgestimmt auf die jeweiligen Lehrpläne.

Bildung geschieht im Zoo aber nicht nur im Schulzimmer oder auf Führungen. Die Tierparks von zooschweiz verzeichnen jährlich über drei Millionen Besuche. Viele Menschen kommen zur Erholung, aus Interesse an Tieren oder für ein gemeinsames Erlebnis. Moderne Zoos nutzen diese Begegnungen, um Wissen verständlich und anschaulich zu vermitteln: auf Infotafeln, in Filmen, im Gespräch mit Tierpflegerinnen, Tierpflegern und Mitarbeitenden der Zoobildung – und durch das Beobachten der Tiere selbst.

Tierverhalten verständlich machen

Nicht immer sind Tiere dabei sofort sichtbar. Rückzugsmöglichkeiten gehören zu einer guten Tierhaltung. Wer einen modernen Zoo besucht, muss manchmal genau hinschauen, warten und beobachten. Gerade dadurch entsteht ein anderer Blick auf Tiere: Sie werden nicht bloss gezeigt, sondern in ihrem Verhalten, ihren Bedürfnissen und ihren Lebensräumen verständlich gemacht.

Ziel der Bildungsarbeit ist ein Erlebnis, das über den Zoobesuch hinauswirkt. Wer Tiere besser versteht, versteht auch eher, weshalb Lebensräume geschützt, Arten erhalten und natürliche Zusammenhänge respektiert werden müssen. Eine Studie der Universität Sheffield aus dem Jahr 2024 weist darauf hin, dass Zoobesuche das Verständnis für Artenschutz positiv beeinflussen können. Damit leisten wissenschaftlich geführte Zoos einen Beitrag zur Bildung für Natur- und Artenschutz – an 365 Tagen im Jahr.

Ein Erdmännchen sitzt auf einem am Boden liegenden Baum, dahinter steht eine Gruppe Menschen
Tierisches Sozialverhalten wird am Beispiel von Erdmännchen vermittelt, Foto: Walter Zoo, Bodo Rüedi