Natur- und Artenschutz: im Zoo und vor Ort

Wissenschaftlich geleitete Zoos leisten Artenschutz auf mehreren Ebenen. Sie unterstützen einerseits Schutzprojekte direkt in der Natur, um die Lebensbedingungen der wildlebenden Tiere zu verbessern. Andererseits halten sie ihren Betrieben bedrohte Tiere. Wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, können solche Reservepopulationen auch Wiederansiedlungen ermöglichen. Die sieben Mitglieder von zooschweiz investieren jährlich mehrere Millionen Franken in den Natur- und Artenschutz.
Die Weltnaturschutzunion IUCN räumt wissenschaftlichen Zoos eine bedeutende Rolle beim Erhalt und bei der Rettung bedrohter Arten ein. Sie hat dazu ein Grundsatzpapier veröffentlicht. Die Mitglieder von zooschweiz nehmen diese Verantwortung ernst. Wissenschaftliche Zoos haben über Jahrzehnte umfangreiches Fachwissen in der Haltung, Pflege und Nachzucht von Tieren aufgebaut. Pan-europäische Zuchtprogramme bilden die Grundlage für den Erhalt und Aufbau gesunder Tierbestände in Zoos. Tierentnahmen aus der Wildnis sind heute – ausser bei Meeresfischen – nicht mehr üblich, es sei denn, letzte Individuen einer Art müssen vor dem Aussterben gerettet werden.
Die Mitglieder von zooschweiz unterstützen zahlreiche Natur- und Artenschutzprojekte im In- und Ausland und steuern dafür jährlich über 7,1 Millionen Franken bei. Diese Unterstützung trägt dazu bei, die natürlichen Lebensräume bedrohter Arten zu erhalten (In-situ-Artenschutz).
Erhaltungszuchtprogramme EEP
Innerhalb der europäischen Zoogemeinschaft werden viele Tierarten über koordinierte Erhaltungszuchtprogramme betreut, so genannten EEPs (EAZA Ex situ Programmes). Für jede beteiligte Art wird die Entwicklung der Population überwacht. Ein Zoo oder Tierpark führt das Zuchtbuch, koordiniert Zuchtempfehlungen und sorgt dafür, dass die Bestände langfristig genetisch gesund bleiben. Kann ein Tier für den Fortbestand der Zoopopulation nicht mehr eingesetzt werden und findet sich gleichzeitig kein geeigneter Abgabeplatz, können Zoos nach eingehender fachlicher Beurteilung auch die Tötung eines Tieres beschliessen (mehr dazu steht auf der Seite «Artenmanagement in wissenschaftlichen Zoos»).
In Zoos leben auch Tierarten, die in der Wildnis ausgestorben oder stark dezimiert sind – meist, weil ihre Lebensräume zerstört wurden. Die Mitglieder von zooschweiz arbeiten darauf hin, auch solchen Arten eines Tages wieder ein Leben in der freien Natur zu ermöglichen. Gelungen ist dies zum Beispiel beim Wisent, dem Bartgeier oder bei der Europäischen Sumpfschildkröte. Weniger bekannt sind Wiederansiedlungen unscheinbarer Arten wie Amphibien, Fische oder Insekten. Für die Biodiversität sind sie ebenso wichtig.
Vor diesem Hintergrund sind der Verein zooschweiz und seine Mitglieder überzeugt: Wissenschaftliche Zoos waren noch nie so wichtig wie heute.
Der «One Plan Approach»
Dieser Zusammenhang entspricht dem One Plan Approach der IUCN. Gemeint ist damit, dass Artenschutz nicht getrennt gedacht wird – hier die Tiere in der Natur, dort die Tiere in Zoos und Aquarien. Entscheidend ist die gesamte Art: ihre Bestände im natürlichen Lebensraum ebenso wie jene in menschlicher Obhut. Zoos bringen dazu ihr Wissen über Haltung, Zucht, Populationsmanagement, Veterinärmedizin, Forschung, Bildung und Wiederansiedlung ein. Sie ersetzen den Schutz natürlicher Lebensräume nicht, sondern ergänzen ihn: als Partner in umfassenden Artenschutzstrategien, die Schutz vor Ort und Erhaltungszucht miteinander verbinden.
Grundsatzpapier der IUCN zur Rolle von Zoos, Aquarien und Botanischen Gärten im Artenschutz (PDF auf Englisch)
Übersicht der EAZA-Ex-situ-Programme (EEPs)
Conservation Planning Specialist Group der IUCN: One Plan Approach

Lorem ipsum und so weiter...