zooschweiz - Verein wissenschaftlich geleiteter zoologischer Gärten der Schweiz
zoosuisse - Association des parcs zoologiques suisses gérés de façon scientifique

Goldau: Ein grosser Wunsch wir wahr

Für den Natur- und Tierpark Goldau besteht der Wunsch zur Erneuerung des Eingangsbereiches seit über zehn Jahren. An sonnigen Ferien- und Wochenendtagen bilden sich beim Eingang jeweils lange Warteschlangen. Insbesondere bei Schlechtwetter gibt es ausser in der Gastronomie kaum Möglichkeiten, Angebote in geschützten Räumen zu geniessen. Der Stiftungsrat des Natur- und Tierparks Goldau hat deshalb bereits im Jahr 2016 eine Machbarkeitsstudie zur Neugestaltung des Eingangsbereiches in Auftrag gegeben.

Der neue Eingang wird zum Besuchererlebnis

Insgesamt entstehen im Bereich des neuen Eingangs zum Tierpark drei Gebäude: ein Eingangs-, ein Verwaltungs- und ein Investorengebäude. Das Eingangsgebäude weist drei Bereiche unter einem Dach auf. Zentral ist die Eingangshalle, rechts davon finden die kleinen und grossen Besuchenden den Zauberwald. Links von der Eingangshalle befindet sich die Erlebnishalle Bergsturz, die an das tragische Ereignis von 1806 erinnert und auf dessen Schutt der Tierpark entstanden ist. Mit modernsten Präsentationstechnologien werden in der Erlebnishalle Bergsturz die Ursachen, der Verlauf und die Folgen des tragischen Naturereignisses aufgezeigt. Etwas abgesetzt vom Eingangsbereich entsteht das neue Verwaltungsgebäude. Um die Kosten des neuen Eingangs zu stemmen, verkaufte der Tierpark einer Investorengemeinschaft zwei Parzellen an der Parkstrasse. Die Investorengemeinschaft erstellt hier parallel zur beschriebenen Tierpark-Infrastruktur ein fünfstöckiges Wohnhaus. Um Synergien zu nutzen, werden die Bauvorhaben in enger Partnerschaft koordiniert. Im Erdgeschoss des Wohngebäudes werden ein Tierpark-Restaurant und der Tierpark-Shop eingemietet.

Finanzierung ist eine grosse Herausforderung

Die Stiftung des Natur- und Tierparks Goldau ist als Bauherrin für den Bau des Besucherprojekts verantwortlich. Zur Finanzierung des Projekts hat der Stiftungsrat bereits seit vielen Jahren die entsprechenden Rückstellungen gebildet. Glücklicherweise wurde im Gegensatz zum Verein Natur- und Tierpark, der für den operativen Betrieb mitsamt den Besuchereinnahmen und den Unterhalt der Tieranlagern zuständig ist, die Stiftung von der Corona-Pandemie weniger betroffen. Gemäss dem ZEWO-Versprechen des Tierparks werden die grosszügigen Corona-Spendengelder der letzten Wochen und Monate ausschliesslich für den Verein eingesetzt.

Zur Finanzierung des rund CHF 16 Mio. teuren Besucherprojekts veräusserte die Stiftung wie erwähnt zwei anliegende Grundstücke. Zudem kann der Tierpark auf die Unterstützung der beiden Kantone Schwyz und Zug, auf Darlehen und «à fonds perdu Beiträge» sowie auf grosszügige Beiträge und Spenden von Stiftungen und Privatpersonen zählen. Ferner wird von den Mitarbeitenden viel Eigenleistung erbracht. Das Besucherprojekt ist aktuell zu über 80% finanziert. Der Natur- und Tierpark Goldau ist zuversichtlich, dass er während der Bauzeit die noch fehlenden finanziellen Mittel für das Projekt aufbringen kann.

Die Eröffnung ist im Jahr 2023 vorgesehen

Nachdem der Stiftungsrat Mitte April 2021 die Baufreigabe beschlossen hat, werden nun die Vorbereitungsarbeiten für die Errichtung des provisorischen Eingangs während der Bauzeit ausgelöst. Ab November 2021 wird mit den Abbrucharbeiten begonnen. Der Baustart der Neubauten ist auf das Frühjahr 2022 geplant, wodurch die Eröffnung im Jahre 2023 vorgesehen ist. Im Jahre 2025 wird der Natur- und Tierpark Goldau das 100-Jahr-Jubiläum feiern können.

Tierhaltung, Tierschutz und Artenschutz stehen weiterhin im Mittelpunkt

Parallel zum Besucherprojekt Eingangsbereich haben selbstverständlich die Tiere einen Anspruch darauf, dass sie ihr Leben so naturnah wie möglich erfahren und gestalten können. Neue wissenschaftliche Entwicklungen in der Tierhaltung sowie im Tier- und Artenschutz sollen ihnen zugutekommen. Darum passt der Tierpark seine Tieranlagen laufend gemäss den neuesten Erkenntnissen an oder erstellt den Anforderungen entsprechend neue Bauten. So ist aktuell die Eulen- und Kolkrabenvoliere in der Entstehung. Zudem wird künftig auf dem Areal Grosswijer gezeigt, wie Nutztiere und Kulturfolger wie Störche und Kraniche miteinander leben, und auch Amphibien sowie Reptilien ihren Platz auf einem Bauernhof haben können